Gleich nach dem Abholen des neuen Bikes habe ich ein paar Modifikationen vorgenommen, um das Stumpi an meine Anforderungen (oder Gewohnheiten, oder auch Macken) anzupassen. So habe ich zunächst mal Lenkerhörnchen montiert.

Hier scheiden sich bereits die Geister. Viele Leute sind der Meinung, dass Lenkerhörnchen nur an gerade Lenker montiert werden dürfen. So ein Quatsch - ich finde auch die Optik am leicht gekröpften Lenker super und der praktische Nutzwert dieser kleinen Helfer macht jede Diskussion überflüssig. "form follows function" lautet hier das Motto. Und wer schon mal länger als 2 Stunden im Sattel saß und froh über jede Position zur Entlastung war, wir mir hier sicherlich zustimmen..
Ich habe auch eine winzige, 20g schwere Klingel am Steuersatz montiert. Die Erfahrung zeigt, dass Fußgänger/Wanderer eher auf dieses Signal, als auf quietschende Bremsen, oder laute Rufe reagieren. So kann man Konflikte schon im Vorfeld vermeiden. Und die Glocke ist so klein, dass man sie fast gar nicht sieht. Natürlich habe ich auch meine lieb gewonnenen Käfig-Pedale montiert. Auch wenn das Bike dadurch knapp 200g schwerer wird.

Der rote, sehr filigrane Flaschenhalter hat sich bereits auf dem Alpencross bewährt. Er sieht zwar so aus, als ob er bei jeder Erschütterung brechen könnte, aber hält auch schwere Flaschen bombenfest. Zumindest kann man sich so für kurze Touren mit Flüssigkeit versorgen - auch wenn mir zwei Flaschenhalter lieber wären. Wie man auf dem Bild sieht hat hier Specialized keine Möglichkeit dafür geschaffen. Nachdem auch die Befestigung am Unterrohr weg fällt, werde ich mir beim nächsten Alpencross wohl Etwas einfallen lassen müssen.
Zu guter Letzt habe ich auch noch Nobby Nics aufgezogen. Auch hier nicht die einfache, schwarze Variante, sondern die Spezial-Edition mit einem silber umlaufenden Rand. Ein weißer Rand wäre zu sehr herausgestochen und der rote hat nicht optimal zum vorhandenen Rot gepaßt. Mit den silbernen Schlappen sieht das Rad aber ziemlich scharf aus..
Dann, nach zwei Wochen endlich die erste Probefahrt auf unserer Hausrunde im Stadtwald bei 6 Grad Außentemperatur - aber immerhin ohne Regen. Zufrieden stelle ich fest, dass in den Flaschenhalte auch die große Thermos-Flasche rein paßt. Die Hörnchen sind verdammt kurz (solche Mini-Bar-Ends hatte ich bisher noch nier), aber liegen gut in der Hand, die Schraubgriffe sind dafür ziemlich hart.
Ich hatte befürchtet, dass ich mich erst an die SRAM Schaltung gewöhnen müsste - aber auch das gelingt nach kürzester Zeit ohne Mühe. Die Kette wird hinten mindesterns genau so präzise bewegt, wie auf meinen anderen Bikes. Vorne finde ich die Schaltung sogar noch ein bißchen besser.
Die Bremsen sind wunderbar zu dosieren, kein Vergleich mit meiner Formula. Und das Allerbeste - man hört sie nicht (weder beim Bremsen, noch beim Rollen). Bergauf fährt sich das Rad sehr leicht. Allerdings wippt es an steileren Anstiegen etwas. Mit zugeschalteter Plattform ist das Wippen komplett weg. Die Stufen auf unserer Hausrunde nimmt das Rad locker - allerdings merke ich hier noch keinen Unterschied zu meinem "alten" Schätzchen.
Der wird erst auf der letzten Abfahrt deutlich. Als Abschluss unserer Hausrunde fahren wir immer eine schnelle Trail-Abfahrt, die mit Wurzeln und einigen Kehren gespickt ist. Die Abfahrt hat noch nie mehr Spaß gemacht als mit der Kiste. Die Gabel schluckt jeden Brocken, als ob man geradeaus fahren würde. Trotz eines hohen Tempos habe ich das Rad immer voll unter Kontrolle. Schade dass der Tacho nicht funktioniert (der Sender hat nach 7 Jahren wohl den Geist aufgegeben), damit ich einen Vergleichswert habe. Aber vom Gefühl her bin ich hier noch nie schneller runter gefahren - der volle Hammer.
Vermutlich muss ich noch ein bißchen mit den Luftdrücken experimentieren und die Sattelposition richtig einstellen. Zumindest fand ich die gekröpfte Thomson-Sattelstütze nicht so schlimm, wie die Tester der BIKE und der Mountain Bike. Aber jetzt schon kann ich sagen, dass es kein Fehlkauf war. Ich freue mich richtig auf die nächsten Ausfahrten...