
(Mitteltrip: 02.11.2025) Wieder nahten die Herbstferien und wieder mal konnte sich das Wetter nicht wirklich entscheiden, ob es kühl, grau und regnerisch, oder doch eher spätherbstlich sonnig werden wollte. Damit musste die Planung maximalst flexibel gehalten werden. Von Venedig oder Gardasee über Holland (Centerparks) oder nur der groben Richtung "Osten" war eigentlich alles dabei. Ich fing schon mal an alle Freizeitbäder in Deutschland auszuloten und bin dabei auf das Rulantica gestoßen, das zum Europa-Park gehört und auch in der Nähe von Rust liegt.
Kurz vor der geplanten Abfahrt zeichnete sich bereits ab, dass in der Region um Freiburg in der Ferienwoche überwiegend brauchbares Wetter herrschen würde. Vor dem Abfahrts-Termin (wir fahren eigentlich immer direkt am Freitag nachmittags los) bekam Rufus allerdings Durchfall, so dass wir beschlossen haben, diesmal erst am Sonntag loszufahren - das sollte wettertechnisch sowieso der schlechteste Tag der ganzen Woche werden.

Am Samstag also noch fix das Wohnmobil gepackt und am nächsten Morgen nach dem Frühstück und dem Verladen der Räder ab auf die A6 in Richtung Westen. Auf dem Weg nach Rust legen wir noch einen Zwischenstopp im Technik Museum in Sinsheim ein was ungefähr auf der Hälfte der Strecke liegt. Das Wetter ist für einen Museumsbesuch optimal - es ist bedeckt, aber kein Regen. Die Jungs und auch wir sind von den ausgestellten Fahrzeugen und Flugzeugen voll begeistert. Vor Allem die Concorde der Air France ist sehr sehenswert.
Nach einer kurzen Stärkung mit Eis und Toben auf dem dortigen Spielplatz geht es weiter zu unserem Übernachtungsplatz. Anders als bei den meisten Freizeitparks ist es am Europapark nicht möglich kostengünstig auf dem vorhandenen Parkplatz zu übernachten. Da werden mal 50€ für null Infrastruktur fällig, oder gar 60€ für den zugehörigen Stellplatz (der immerhin mit Infrastruktur).

Aber wir wollen eigentlich "nur" schlafen und am nächsten Morgen in den Park. Chrissi findet bei Ernst Caravan eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Ein toller Service den der Wohnmobilhändler anbietet. Leider sind alle 40 Stellplätze bereits belegt als wir dort am Abend einrollen. OK - so eine Concorde nimmt halt schon 3 reguläre Plätze weg, was deren Besitzer in der Regel nicht stört. Concorde-Fahrer sind halt selten echte Camper oder nehmen gar Rücksicht auf Andere, daher stellen wir uns einfach außerhalb des Geländes auf den Seiten-Parkstreifen. Eine ruhige Übernachtung wird das trotzdem nicht, weil die nahe A5 permanent hörbar ist und auch das Gewerbegebiet nicht wirklich leise ist - dafür ist es halt für umme...
Wir sind dementsprechend relativ früh auf den Beinen, entleeren noch kurz unsere Toilette und fahren auf den relativ leeren Parkplatz des Europa-Parks. Obwohl wir bereits für 10€ ein Parkticket online gelöst haben, müssen wir zusätzlich 10€ für das Wohnmobil blechen. Eine wirkliche Alternative gibt es leider nicht. Der Park hat zwar noch nicht geöffnet, aber es sind bereits relativ viele Leute da. Die Sonne kommt langsam raus, so dass wir bereits nach kurzer Zeit unsere Jacken im Spind deponieren und mit Pulli unterwegs sein können.
Für Rufus bekommen wir diesmal ein 6 Sterne-Ticket mit dem wir uns an 6 Attraktionen nicht anstellen müssen, sondern direkt einsteigen können. Wir fahren zunächst mit dem Matterhorn-Blitz - einer Art "wilde Maus" - bei der wir bereits 20 Minuten anstehen müssen. Dabei ist der Park gar nicht so voll. Bayern ist das einzige Bundesland, in dem noch Herbstferien sind und es ist kein Wochenende. Dafür sind scheinbar viele Besucher aus dem nahen Frankreich da.

Auch bei der schweizer Bobbahn müssen wir anstehen, geht aber relativ schnell. Als Besonderheit kann man sich im Europa-Park "virtuell" anstellen - heißt eine gut besuchte Attraktion für eine bestimmte Zeit buchen. Dafür müssen wir quer durch den Park flitzen, um rechtzeitig noch ins Voletarium zu kommen. Hier fliegt man virtuell über Sehenswürdigkeiten in Europa - schon sehr schön. Bisher kam allerdings keine Attraktion an die Achterbahnen im polnischen Energylandia ran.
Nach einer kleinen Stärkung starten wir zur ersten "richtigen" Achterbahn, dem "Blue Fire Megacoaster". Der sorgt schon beim Zuschauen für einen erhöhten Puls, daher lösen wir einen unsere Sterne ein und stellen uns vorne an. Und ja - die kann definitiv mit den besten Achterbahnen im Energylandia mithalten. Gleich danach ist die Holzachterbahn WODAN dran, die total laut und ruckelig ist und dadurch zusätzlich aufregend. Beim Euro-Mir fahren Rufus und ich im hintersten Wagen die meiste Zeit rückwärts und da man nicht sieht wie die nächste Kurve ist, wird man ordentlich durchgebeutelt. Danach gibt es die versprochenen Pommes. Rufus Magen ist leider immer noch nicht in Ordnung und auch Henry klagt zunehmend über Bauchweh.
Rufus hat nach den Pommes keine Lust auf die nächste Achterbahn und geht zusammen mit Chrissi die Jacken holen, da es langsam frisch wird nachdem die Sonne weg ist. Henry und ich nutzen die Zeit um mit der heißesten Achterbahn des Europa-Parks zu fahren - der Voltron. Und die sprengt tatsächlich Alles was ich bisher im Leben gefahren bin. Unzählige Loopings und Drehungen um die eigene Achse - die Fahrt dauert ewig und Henry wird bereits beim Einstieg echter Wagemut bescheinigt.

Unglaublich was der Wicht alles fährt - vor dem Start bekomme sogar ich ordentlich Muffensausen. Danach ist alles nur noch kalter Kaffee - auch die Dunkel-Achterbahn die wir wieder alle gemeinsam fahren. Wir schauen uns zum Abschluss noch einen mäßig spannenden 4D Film mit Zeichentrick-Dinos an und genießen den Anblick auf den schön beleuchteten Park aus dem Panorama-Aufzug. Dann reicht es für heute, wir sind langsam durch und steuern unseren nächsten Übernachtungsplatz an.
Der laute Stellplatz beim Wohnmobil-Händler ist keine Option, aber in der Nähe gibt es in Ettenheim einen Stellplatz der von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wir finden noch ein Plätzchen in dem für Wohnmobile ausgewiesenen Bereich, machen fix Abendessen und dann ab in die Falle. OK - der Platz ist deutlich ruhiger, aber wir werden am Morgen trotzdem von vorbeifahrenden Autos und Traktoren geweckt.
So bleibt wenigstens genug Zeit um mit Henry in der nahe gelegenen (und sehr gut sortierten) Edeka unsere Vorräte aufzustocken. Da für den heutigen Nachmittag 17 Grad und Sonnenschein gemeldet werden, können wir den Grill noch mal auspacken und organisieren Zutaten für Burger. Eigentlich wollten wir heute in das Freizeitbad Rulantica, aber nachdem Rufus immer noch Durchfall hat und auch Henry häufiger auf die Toilette muss, brauchen wir einen Alternativ-Plan.

Ich hatte vor Jahren ein Buch mit den schönsten Campingplätzen in Deutschland bekommen und darin schon 3 kinderfreundliche Plätze im Schwarzwald in die engere Auswahl genommen. Einer wollte allerdings 70€ pro Nacht, der zweite nur Buchungen ab 3 Nächten, blieb also nur der Kinrnermarteshof als einzige sinnvolle Alternative. Christina ruft vorher noch an, und es ist kein Problem, wir könnten auch nur für eine Nacht kommen. Normalerweise sind ja Campingplätze nicht unsere bevorzugten Spots. Aber wir müssen unbedingt Bettwäsche und die Unterhosen der Jungs waschen, um die nächsten Tage zu überstehen.
Zusätzlich soll es auf dem Bauernhof Tiere geben, damit wären auch die Jungs beschäftigt. Wir machen uns also auf in Richtung Freiburg und rollen bei strahlendem Sonnenschein am Campingplatz ein. Die Rezeption ist zwar nicht besetzt, aber wir sollen uns einfach auf einen schönen Platz stellen und um 3 zum Bezahlen kommen.
Es ist total wenig los und so können wir uns auf den allerbesten Platz mit der schönsten Aussicht stellen. Wir holen Tisch und Stühle raus und hocken uns im T-Shirt ! in die Sonne. Für November schon ziemlich cool. Die Jungs erkunden in der Zwischenzeit mit überschaubarer Begeisterung die Umgebung. Die versprochenen Tiere haben wir bisher noch nicht gesehen. Das wird besser, als eine junge, neugierige Katze vorbeikommt und sich willig von allen streicheln lässt. Damit wäre die Nachmittagsbeschäftigung gesichert. Um 3 melde ich uns noch für eine Nacht an und erfahre dabei, dass die Tiere alle gegenüber auf dem Bauernhof zu finden sind. Danach wird es Zeit, den Grill anzuwerfen, denn es ist absehbar, dass die Sonne gegen 16 Uhr hinter den Bergen verschwinden wird. Ich schaffe es gerade noch so die Burger bei Sonnenschein zu grillen, aber essen müssen wir sie bereits drinnen, da es schlagartig kalt wird, sobald die Sonne weg ist.

Vor dem Schlafengehen gibt es noch einen Besuch bei den Tieren (es gibt Schafe, Schweine, Hasen, Kühe und Pferde). Dann ziehen wir noch "das Mäntelchen" über die Frontscheibe und verbringen die erste wirklich ruhige Nacht. Am nächsten Morgen ist es zwar frisch, aber die Sonne scheint bereits verheißungsvoll. Wir erkundigen uns nach einem Spaziergang mit kindergerechtem Ziel. Fahrradfahren wäre auch möglich, aber dann müssten wir zum Schluss einen ziemlich steilen Berg zum Campingplatz bezwingen und da würde Rufus definitiv streiken. Also brechen wir auf zu einem Waldspielplatz, der nur 3km weit weg sein soll. Dennoch ist Rufus total unmotiviert, sieht nicht ein, wieso er laufen sollte und setzt sich unterwegs mehrfach direkt auf den Weg. Nur Henry kann seinen Bruder leidlich motivieren mit uns weiter zu laufen. Es werden schließlich eher 5km bis zum Spielplatz - aber der ist tatsächlich super schön.

Da das Wetter auch heute passt, brechen wir gegen Mittag in das nahe gelegene Städtchen Kirchzarten auf. Nachdem wir ein Eis ausloben, lassen sich auch die Jungs motivieren mitzukommen. Zurück geht es mit dem kostenlosen Bus - den letzten Kilometer bis zum Campingplatz müssen wir trotzdem laufen. Wir kommen erst bei einsetzender Dunkelheit an und beschließen noch eine Nacht dranzuhängen. Die Mägen der Jungs haben sich langsam erholt, aber bevor wir ins Rulantica gehen, wollen wir (also zumindest Chrissi und ich) uns noch das nahe gelegene Straßburg anschauen. Wir füllen die Wasservorräte auf, leeren unser Abwasser und die Toilette aus und zurück auf die Autobahn nach Straßburg. Geparkt wird an einer Schule außerhalb der Stadt, und dann geht es mit den Rädern immer auf dem Radweg an der Ill entlang bis in die schöne Altstadt von Straßburg.
Die Jungs fahren total gut mit und mosern auch bei der Stadtbesichtigung nicht allzu viel. Wir kehren in einem Café ein und essen französisches Gebäck - total lecker. Straßburg gefällt uns ausgesprochen gut. Wir schlendern bis zum beeindruckenden Straßburger Münster und besichtigen es auch von innen. In einem Laden in der Nähe investiert Henry seine 10€ Feriengeld in überteuerte Gummibären während sich Rufus trotz mäßigen Temperaturen für sein heißgeliebtes Eis entscheidet. Da danach die Sonne langsam untergeht schwingen wir uns wieder auf die Räder und fahren zurück zum Wohnmobil. Wir wollen heute wieder zurück in Richtung Rust, damit wir morgen keine weite Anfahrt zum Rulantica-Freizeitbad haben. Da wir am Morgen nicht einkaufen müssen und der zentrale Stellplatz in Ettenheim trotzdem relativ laut war, steuern wir für die Nacht einen Wanderparkplatz in der Nähe von Rust an.

Der ist tatsächlich mal super ruhig. Während ich noch fix das Abendessen vorbereite, muss sich Henry ins Klo übergeben. Vielleicht hätte er doch nicht alle Gummibären auf einmal verdrücken sollen. Klassischer Fall von 10€ direkt für's Klo 😇. So ruhig der Wanderparkplatz in der Nacht auch war, am nächsten Morgen herrscht reger Verkehr. Leute gehen mit ihren Hunden spazieren, oder bringen ihre Kinder irgendwie in den Wald. Daher schauen wir, dass wir nach dem Frühstück halbwegs zackig auf den Parkplatz des Rulantica kommen. Henry geht es nach der gestrigen Magenentleerung wieder gut und auch Rufus hat keinen Durchfall mehr - war ne gute Idee mit dem Badbesuch bis Freitag zu warten. Am Freizeitbad ist nix los. Wir finden einen Parkplatz direkt vorne und kommen ins Bad ohne anzustehen. Das mit den Eintrittskarten klappt diesmal total reibungslos und wir sind so früh dran, dass wir sogar Stühle im Innenbereich, direkt am Wellenbad reservieren können.

Das Bad ist richtig toll - eine Mischung aus Therme Erding und Tropical Island in Berlin. Alle Bereiche sind liebevoll gestaltet. Es gibt Riesen-Leinwände, einen Fluss in dem man sich in großen Reifen treiben lassen kann und natürlich spektakuläre Rutschen. Die probieren wir gleich als erstes aus und müssen auch bei keiner allzu lange anstehen. Es gibt eine Rutsche bei der man aus 2m Höhe in ein 3m tiefes Becken fällt. Das meistert Rufus bravourös - obwohl wir vorsorglich den Bademeister vorgewarnt hatten. Da merkt man den Schwimmunterricht dann doch. Abends gibt es eine Disco mit cooler Musik und eigenem DJ im Außenbecken. Wir genehmigen uns noch Burger und Pommes (ich kann die Jungs einfach nicht für Pizza begeistern 😀), duschen und machen uns dann auf zu unserem letzten Übernachtungsplatz. Wir wollen wieder am zentralen Platz in Ettenheim übernachten, damit wir morgen frische Brötchen fürs Wochenende besorgen können. Allerdings kommen wir diesmal nicht auf einen der ausgewiesenen WoMo Plätze. Was zum großen Teil daran liegt, dass wieder mal eine Concorde 2 Plätze einnimmt. Generell parken die Wohnmobilisten hier ein wenig zu großzügig. Da hätten 2 Autos mehr drauf gepasst, wenn sich jeder ein wenig zurück nimmt.
Egal - wir stellen uns notgedrungen auf den "normalen" PKW Parkplatz, wohlwissend dass die Ettenheimer darüber vermutlich nicht begeistert sein werden. Aber es ist schon so spät, dass ich keinen Bock mehr habe, einen Alternativ-Stellplatz zu suchen. Die Nacht ist halbwegs ruhig und ich gehe nach dem Frühstück mit Rufus noch im Edeka Lebensmittel und Brötchen besorgen. Da uns der Rückweg direkt an Crailsheim vorbei führt, fragen wir spontan bei Toli und Melli nach, ob wir auf ein Käffchen vorbeikommen könnten. Das klappt dann tatsächlich. Die Jungs spielen mit Maxim und wir können uns gegenseitig auf den aktuellsten Stand bringen. Von da aus geht es stau- und stressfrei bis nach Hause, wo wir am frühen Nachmittag ankommen. Wieder mal eine tolle Woche bei unerwartet gutem Wetter. Die Ferien haben wir gut ausgenutzt..



