
Um unseren Schnorcheltrip zum Great Barrier Reef zu buchen sind wir in Mission Beach in die örtliche Touri Info gegangen. Dort wurden uns zwei Optionen angeboten: großes Schiff, 3 Schnorchelgänge, oder Big Mama, ein kleines Segelschiff und nur 2 Gänge, dafür nur 12 Leute mit uns auf dem Schiff. Eigentlich war die Entscheidung klar - kleines Segelschiff. Aber wir sind ja nicht mehr nur zu zweit und selbst so einen coolen Kerl wie Rufus nimmt man nicht einfach so auf ein Schiff mit, daher haben wir nochmal nachgehakt, ob er da auch eine gute Zeit haben würde. Wurde uns telefonisch bestätigt, also - Big Mama, wir kommen. Unser Womo haben wir auf einer kleinen aber netten Campsite direkt am Meer abgestellt. Und dann gings für den Rest des Tages an den Palmenstrand, im feinen Sand liegen und im wirklich pisswarmen Wasser planschen. Abends wollten wir noch schnell das nötige Bargeld für unseren Trip tanken - und mussten lernen: die Geldautomaten machen hier in den Käffern abends auch zu. Aber unser Trip sollte ja erst um 8:15 losgehen und das nur 10 Minuten Fußweg, dann holen wir die Kröten halt noch fix in der Früh.

Rufus hat uns damit erfreut, dass er um 6 wach war und das auch lautstarkt mitgeteilt hat. Wir dachten allerdings, es ist schon 7, weil das Handy das dachte. Und das Handy wiederum dachte das, weil im Rest der Welt Zeitumstellung war - hier aber nicht. Im Nachhinein ein guter Zufall, es wurde nämlich ganz schön eng. Um 8 hatten wir alles einschließlich frischem Geld beieinander, jetzt aber los - leider mussten wir feststellen, dass die Camp-Site-Tante mit ihrer 10-Minuten-Weg-Info entweder fliegend unterwegs ist, oder sich da einfach ein klein wenig vertan hat - wir brauchten am Ende 25. Und sind irgendwann in einem Resort gelandet, aus dem uns ersteinmal eine Angestellte wieder hinauslotsen musste. Das tat sie aber mit den Worten: Ihr geht auf die Big Mama? Ihr werdet einen TOLLEN Tag haben!!
Wir habens natürlich doch geschafft. Das Boot wird von den Betreibern Lisa, Stu und ihrem 12jhrigen Sohn Fletcher auch bewohnt, entsprechend familiär war die Atmosphäre von Anfang an, es glich eigentlich mehr einem Besuch bei Freunden. Rufus hatte sofort einen Fanclub, Vorteil für uns: jeder wollte ihn halten, entsprechend konnten wir z.B. mittags in Ruhe Essen. Und nach der morgentlchen Aufregung und weiteren 1,5 Stunden Segeln hat er dann auch prima auf den bereitliegenden Sitzsäcken sein Vormittagsschläfchen gehalten. Währenddessen haben wir den Turn genossen. Da die Gruppe so überschaubar war, haben sich schnell alle mit allen unterhalten, was erfahrungsgemäß zu spannenden Unterhaltungen führt. Lisa, die Veranstalterin war mittendrin, Stu, ihr Mann hat derweil ganz australisch cool das Schiff gelenkt. Gegen 11 waren wir beim ersten Schnorchelspot. Auch hier der Vorteil der Kleinstveranstaltung: NUR wir waren hier. Von meinem letzten Trip kenne ich das nämlich auch anders, da ist man mit bis zu 80 Leuten auf dem Boot, und getaucht wird von einer Basis, wo dann nochmal 5 andere Schiffe mit der Menge an Leuten liegen. Wir wurden mit einem Schlauchboot noch ein bisschen näher ans Riff gefahren. Rufus war natürlich dabei, Roman und ich hatten uns überlegt, dass jeweils einer schnorchelt und einer sich mit dem Kind beschäftigt, z.B. auch mit ihm Baden geht. Der Badeteil hat nicht geklappt, wobei ich glaube, das lag auch an meiner eigenen Aufregung, das Baby in 3 Meter tiefes Wasser zu halten beinhaltete doch mehr Vertrauen in Schwimmweste und Schwimmreifen als ich hatte. Aber auf dem Schlauchboot wars auch lustig.

Zurück an Bord der Big Mama gabs Mittagessen, und derweil segelten wir noch einen Schnorchelspot weiter. Das Riff ist hier oben noch sehr nah am Festland, daher ist man schnell da und kann auch in einem Tag sehr viel sehen. Von der Korallenbleiche, von der man in den Nachrichten ab und zu hört, hat man auch nicht wirklich viel mitbekommen, im Gegenteil konnten wir Korallen und alles mögliche Meeresgetier in allen erdenklichen Farben sehen. Der zweite Schnorchelgang ging direkt von Bord des Segelschiffes, was auch für Rufus besser war, so konnte er dort noch ein bisschen vor sich hin strampeln. Und dann gings auch schon wieder Richtung Heimat, in aller Ruhe unter Segeln. Wir haben ja schon so einiges an Tagestouren gemacht, und Segeln war für mich auch schon immer ein ganz besonders Highlight. Aber das hier fällt definitiv auf Platz 1, einfach weil die Stimmung so entspannt und familiär ist!! Rufus war abends so voller Eindrücke, dass er um 7 weggeknatzt ist (normal ist halb9), wir haben den tollen Abend noch ausklingen lassen. Ach ja - nachdem wir unser Hinlauferlebnis lachend auf dem Schiff zum Besten gegeben hatten, hatte Lisa uns noch persönlich zurückgefahren.

Am nächsten Tag war nach Townsville fahren und dort Einkaufen und Tanken angesagt. Die Nacht verbrachten wir vor Townsville auf einem kostenlosen Stellplatz, der zwar auch keinen Strom, dafür aber blitzsaubere Klos und ein paar prima Grills hatte. Ins Meer haben wir uns nicht getraut, da wir vor Quallen gewarnt wurden - die sind angeblich dieses Jahr früher unterwegs und wie schon gesagt zwar nur 2cm groß, dafür gerne mal tödlich. Am nächsten Morgen gings nach Townsville, leider fanden wir weder eine Tanke noch einen Supermarkt, und wir haben eine Stunde lang gesucht. Also weiter den Highway runter. Dabei sind wir am Billagong Sanctuary vorbeigekommen. Sanctuaries sind kleine Zoos, die die lokalen Tiere hier aufpäppeln und ggf. weiter züchten, die irgendwo gefunden wurden (meißtens halb tot am Straßenrand). Und oft kann man die Tiere hier auch anfassen. Haben wir natürlich gemacht :-).
Mittags ging es dann auf die Straße Richtung Airlie Beach. Von dort aus wollten wir einen weiteren Bootstrip auf die vorgelagerten Whitsundays unternehmen, den ich noch fix aus dem Womo per Handy gebucht hatte. Die Strecke zog sich, und so waren wir froh, als wir um halb 7 endlich da waren. Wir haben uns in einem für unsere Verhältnisse teuren Camp Ground eingebucht,der zu allem Überfluss auch noch so ziemlich die besch.... Küche hier hatte. War im Boomerang-Reiseführer als besonders kommunikativ gelobt worden - ein funktionierender Grill wäre uns lieber gewesen... Dafür waren viele deutsche Spießer da, das nächste Mal gehen wir wieder dahin, wo die Australier ind und die Spießer sich nichttrauen!!

Der zweite Segelturn auf der Camira zu den Whitsundays kam deutlich näher an das, was ich schon kannte. Die Camira ist ein Milka-lila Katamaran, auf den 80 Leute passen. Für Rufus das Highlight: im Netz unter dem Segel liegen und das Meer anschauen. Das fand er so toll, dass er dort auch gleich seinen Vormittagsschlaf gemacht hat, zwischen allen Leuten. Erst als der Schnorchelspot erreicht war, war er wieder wach. Die Fahrt war toll, immer zwischen kleinen Inseln über hellblaues Meer. Schnorcheln war allerdings nix, da ist jedes Hausriff in Ägypten schöner, und die Spots am Riff natürlich sowieso. Was dafür ein echtes Highlight war, war die Zeit am Whiteheaven Beach, einem der 10 schönsten Strände der Welt und dem schönsten von Australien. Ins Wasser ging es für alle, auch für Rufus allerdings nur mit Quallen-Anzügen, sicherheitshalber. Wobei die außer von unseren Leuten von keinem getragen wurden... Die Rückfahrt ging wieder gemütlich schippernd, und um 6:00 waren wir wieder da. Jetzt kommt ein längeres Stück an der Küste entlang, wo nicht viel geboten ist. Was wir merken: es wird kühler. Ist noch im angenehmen Bereich und mit daheim in keinster Weise vergleichbar, tags trotzdem 30 Grad, aber das Wasser ist kühler und die Nächte angenehmer.

