
Karls Erdbeerhof ist wie immer einfach schön. Wer's nicht kennt: es handelt sich um eine Mischung aus Freizeitpark mit Karussells, Depot/Obi (Deko in allen Ausprägungen), Bäckerei/Hofladen (alles, was man aus Erdbeeren machen kann, und aus dem, was ähnlich einer Erdbeere ist/gerne eine wäre/einfach was anderes ist aber auch schön verpackt verkauft wird)....naja und IKEA, man kann nicht nichts kaufen.
Und so schwankt man von Karussell zu Konsum und zurück so durch den Tag und ist hinterher ausgefahren, ein mittelgroßes Vermögen los, aber glücklich. Nach der mittelentspannten Übergabe wieder Erholung... Und dann geht's weiter nach Osten, wenn auch erstmal noch in Deutschland.

Das Wetter ist eher deutsch-sommerlich, Version 2025. Heißt: Klimawandel haben Süd- und Nordeuropa (Finnland hatte 30°...), bei uns regnet es oft oder ist zumindest überdurchschnittlich kühl. Jetzt ist das per se erstmal ja kein Problem, wir haben natürlich die Garderobe für alle Wetterlagen dabei, das Womo ist dicht, Ostsee ist nicht Mittelmeer, so weit, so erwartbar.
Aber ich habe schon in Dänemark festgestellt, dass es doch ein paar Dinge für mich gibt, die ich ab sagen wir Mai spätestens essentiell finde. Und die fangen mit draußen essen an und hören mit T-Shirt tagsüber lange noch nicht auf. Das schöne: nachdem kühles Wetter hier oben eben doch nichts völlig unerwartbares ist, kann man auch außerhalb von Karls noch viel erleben. So heißt unsere nächste Station: Stralsund.
Sowohl Roman als auch ich waren hier mit Rufus während seiner Sprachheil-Reha. Und weil die ja Sept/Okt war, kennen wir natürlich nicht nur die Eisdielen, sondern das Programm für das aktuelle Wetter. Nach einer Nacht auf einem netten Stellplatz 5km außerhalb des Zentrums (der zentrale war voll), rollen wir unter die Rügenbrücke und laufen erstmal zum Ozeaneum.

Es ist deutlich voller als seinerzeit, dafür erleben die Kids das Museum mit allen Sinnen, wir finden es toll!! Danach wandern wir zum Rathaus, wo es das lustigste Wasserspiel gibt, das ich bisher gesehen habe (und ich habe einige gesehen).
Ich bin mir nach wie vor sicher, dass da hinter irgendeinem Fenster irgendwer saß, der genau im richtigen Moment den Hahn aufgedreht hat.
Die Kids haben einen Heidenspaß dabei, die Fontäne zu jagen und Wasser zu spritzen. Und wir genießen die Sonne, wenn auch in langen Klamotten und Jacke. Nach einiger Zeit brechen wir in die Einkaufsstraße auf, es fehlen Jeans (bzw. sind die vorhandenen eben nur noch "ach für den Sommer reichts noch", und Sommer haben wir nicht, s.o.).

Wir werden schnell fündig, dann geht's zum Eis - leider müssen wir das dann schon wieder drinnen genießen, Regen und so. Vom Eis (für die Jungs) geht es zum Fischbrötchen (für alle), megagut!! Frisch vom Boot, und mit einer hausgemachten Mango-Soße, der Hammer!! Aber alle 10 Min eben auch mit Wasser von oben...
Als wir fertig sind, laufen wir zurück zum Womo und satteln das Huhn Richtung Usedom. Wir durchqueren dabei Wolgast und sehen der Brücke beim Öffnen zu, nachdem wieder die Sonne scheint, ein wirklich schönes Erlebnis! Auf Usedom habe ich gleich in Koserow beim lokalen Autokino einen etwas ungewöhnlichen Stellplatz gefunden.
Hier gibt es direkt am Meer Platz für Womos, wer abends noch den Film sehen will ist herzlich willkommen. Wir parken im hinteren Eck neben einem Womo aus Gunzenhausen, aber außer einem kurzen Austausch von Freundlichkeiten gibt es keinen nachbarlichen Plausch, es ist zu kalt, wir gehen rein. Der Vorteil der Kälte: wir müssen nachts keine Luken aufmachen, dass man die Straße und das lokale Bähnchen also in etwas Entfernung theoretisch hören könnte, kann uns wurscht sein.

Am nächsten Tag scheint die Sonne und wir parken erstmal das Womo um - so können wir in der Sonne frühstücken. Die Gunzenhausner rücken nach, und so nehmen wir doch Kontakt auf - man sind die nett!! Den Tag verbringen wir am Meer, das erstaunlich warm ist, dafür haben wir am Strand unseren Schatten aufgebaut, was wir uns mal hätten sparen können, im Wind bleibt man lieber in der Sonne.
Die Jungs buddeln, wir lesen, Roman spielt mit ihnen alle möglichen Strandspiele, so soll das sein. Sogar Abendessen gibt es später draußen! Dann zieht es Roman allerdings doch zügig rein weil kalt, während ich mit den Nachbarn die Welt retten muss (Decken helfen).
Am nächsten Tag satteln wir das erste mal die Räder, nachdem das Wetter eher bedeckt ist, fahren wir zur Inselbahn. In Koserow parken wir am Bahnhof - und direkt beim lokalen Erdbeerhof von Karls. Also noch fix Brötchen für morgen erstanden, und ab in die Bahn und nach Ahlbeck ans Ende der Insel. Sehr nettes Örtchen, erinnert uns sehr an die Seebäder in Rügen! Und wie dort auch, genießen wir Spielplätze, Lädelchen, die Seebrücke, Eis und Fischbrötchen.

Im Gegensatz zu Rügens Rasendem Roland ist der Zug auf Usedom eine normale Bahn, entsprechend also wärmer, Henry und mich wirft es auf dem Heimweg daher leicht in die Seile. Aber wir steigen richtig aus und rollen die letzten Meter zurück zum Womo.
Jetzt zeigt sich ein kleines Optimierungspotential bei unserer Tagesstruktur: wir fahren aktuell immer abends noch weiter. Das ist etwas lästig, eigentlich möchte man da nur noch chillen. Aber hilft heute nix, wir wollen noch über die polnische Grenze. Also auf, runter von der Insel, morgen soll das Wetter wieder gut sein. Also fahren wir nach Misdroy. Wir stehen wunderschön am Stettiner Haff, allerdings stellen wir fest, dass die Polen zwar nett, aber wenn älter oft dem Deutschen noch dem Englischen mächtig sind. Aber Tschechisch ist Polnisch gar nicht so unähnlich, also darf Roman ran, und so bekommen wir trotz später Ankunft noch einen Platz und Henry noch frische Tomaten. Wir essen noch zu Abend, und dann ist es auch schon dunkel.


