Das Wunderland in Kolberg
Das Wunderland in Kolberg - echt liebevoll gestaltet

Am nächsten Morgen in Kolberg nutzen wir die Nähe unseres Übernachtungsplatzes zum Lidl (50 m) und ich gehe mit Henry Brötchen holen. Außerdem möchte Henry noch unbedingt sein Urlaubsgeld von 8 Zloty in Süßigkeiten investieren. Er ergattert dafür 2 Tüten Gummibären, von denen eine noch direkt vor dem Frühstück brüderlich mit Rufus geteilt wird. Nach dem Frühstück schnalle ich die Räder vom Träger - was im Laufe des Urlaubs tatsächlich immer schneller geht. Wir wollen diesmal nach Kolberg an den Hafen fahren. Nachdem das Wetter immer noch "ausbaufähig" ist, hat Chrissi ein paar Aktivitäten in Kolberg herausgesucht, die man mit Kindern auch bei mäßigem Wetter unternehmen kann.

Mit dem Rad sind wir tatsächlich in ein paar Minuten in Kolberg, parken am Leuchtturm und laufen von da aus zum "Verborgenen Land", wo Kinder mit einem Zauberstab eine versteckte Welt erwecken können. Die Jungs sind voll dabei und auch Rufus schafft es mit seinem neuen Zauberspruch "Popo Popo Papagei" (= Hocus Pocus Abracadabra) einige der liebevoll gestalteten Fabelwesen zum Leben zu erwecken.

Unfallautos kann man in Hossoland auch fahren

Danach geht es noch ins Mäuseland, wo in unterschiedlichen Themengebieten (Weltraum, Stadt, Dinos, Weihnachten) niedliche Mäuse herumklettern. Die Jungs können sich gar nicht satt sehen. Das Wetter hat sich leider immer noch nicht gebessert, daher fahren wir danach wieder zurück zum Wohnmobil und schenken uns das 6D Theater, das im Internet zwar als toll, aber zu kurz für den Preis beschrieben wird.

Nachmittags spiele ich noch mit den Jungs Fußball auf dem angrenzenden Spielplatz, während Chrissi die ersten Artikel verfasst. Abends dürfen die Jungs ausnahmsweise mal "Tierisch Wild" im Fernsehen anschauen. Morgens kaufen wir noch Mal frische Brötchen und Proviant für die nächsten Tage bei Lidl und dann geht es zunächst zur nächsten Entsorgungsstation.

Die ist ein paar Kilometer weit weg, direkt neben einem lokalen Wohnmobil-Händler und kostenlos - ist schon cool. Wir fragen beim Händler nach, ob er unsere bevorzugte Sanitärflüssigkeit hat, aber scheinbar hat es Solbio noch nicht bis nach Polen geschafft. Aber vielleicht beim nächsten Mal, die Dame kommt extra nochmal aus dem Laden und macht von unserer Packung ein Foto! Wir hoffen mal, dass unser Rest für die nächsten Wochen reichen wird.

Die "türkisene" ist die beste Achterbahn in Hossoland

Von da aus geht es schnurstracks zum Freizeitpark Hossoland, den uns Maczej empfohlen hat. Der Parkplatz ist noch halbwegs leer, was sowohl mit dem (noch) nicht optimalen Wetter, oder auch den stolzen Eintrittspreisen zusammenhängen könnte. Vorteil ist - es gibt keine langen Warteschlangen und wir können sofort mit dem Kettenkarussell fahren. Danach fahren die Jungs noch eine Runde mit den Elektro-Autos und dann versuchen wir die erste Achterbahn. Nicht super-spektakulär, aber schon eine echte Achterbahn.

Während wir zu Beginn noch mit Pulli unterwegs sind, können wir noch vor Mittag auf T-Shirt umstellen - das Wetter ist richtig schön geworden. Es gibt noch zwei weitere Achterbahnen, von denen die türkisene tatsächlich am spannendsten ist. Man hängt mit den Füßen im Freien und wird ganz schön in den Sitz gedrückt. Nach einer Stärkung mit Burger und Pommes bzw. Pizza meinerseits, fahren wir noch bis zur Parkschließung die besten Attraktionen noch einmal.

Hossoland Gewitterfront zieht auf
Eine fette Gewitterfront zieht in Hossoland auf

Als wir gegen 18 Uhr auf das Wohnmobil zusteuern, sehen wir eine riesige, dunkle Wolkenwand auf uns zukommen. Wir schaffen es gerade noch ins WoMo bevor der Himmel seine Schleusen öffnet - aber wie. Dafür gibt es einen wunderschönen Regenbogen als kurz darauf die Sonne wieder raus kommt.

Wir hatten uns vorab erkundigt, ob wir auf dem Parkplatz auch übernachten dürfen. Es gab darauf zwar keine richtig bejahende Antwort, aber wir kämen mit unseren Tickets auch morgen früh noch durch die Schranke.

 Daher wundern wir uns zwar ein wenig, als es abends an unsere Tür pocht und die Security davor steht. Aber nachdem wir Eintrittskarten für den heutigen Tag vorweisen können und auch versprechen am nächsten Morgen noch vor Öffnung des Parks weg zu sein, ist die Security zufrieden. Spätestens nachdem Rufus mit einem lauten Hallo vorbeischaut, ist unsere Übernachtung gesichert.

Wir schlafen super auf dem Parkplatz - die nahe Straße ist nachts kaum befahren. Obwohl am nächsten Morgen die Sonne scheint, verzichten wir zugunsten eines früheren Loskommens auf ein Außenfrühstück (auch wenn es absolut gegangen wäre) und brechen nach Leba an der Küste auf.

In Leba an der Marina
Grandioser Stellplatz direkt an der Marina in Leba

Es gibt wohl eine längere Route auf gut ausgebauten Straßen, aber die Navi-Uschi schickt uns den kürzesten Weg auf superschmalten Sträßchen auf denen nicht mal die Polen zu überholen versuchen - was sie sonst eigentlich ohne Beachtung des Gegenverkehrs immer machen. Chrissi meistert die Strecke bravourös, obwohl einige Sackgassen-Schilder auf dem Weg uns von der Weiterfahrt abraten.

Wir kommen trotzdem in Leba an der Marina an. Das ist mal ein richtig schöner Stellplatz. Sonnenschein, Blick auf die Boote im Hafen, nette Nachbarn. Wir packen unsere Strandsachen in den Bollerwagen und gleich mal ab zum Strand. Der ist auch super - ganz weicher Sand, der quietscht wenn man drüber läuft und das Meer vollkommen sauber. Nach einem ausgiebigen Burger-Abendessen laufen wir zu Fuß ins Städtchen. Irgendwie sind die Gehsteige schon fast hochgeklappt. Man merkt, dass bereits Nachsaison herrscht. Wir bekommen gerade so noch ein Eis für die Kids, aber auch damit ist der Heimweg eine Tragödie. Rufus hat überhaupt keinen Bock zu laufen.

In Leba an der Wanderduene
Polens größte Wanderdüne gibt es in Leba

Wir schaffen es irgendwann dennoch bis zum Wohnmobil. Die Scheiben aller Wohnmobile sind voll nass und auch unsere Stühle sind feucht geworden, daher genehmigen wir uns lediglich einen kleinen Absacker auf der Parkbank vor unsere WoMo und dann geht's ab in die Falle. Am nächsten Morgen ist es zwar noch bewölkt, aber Frühstück draußen ist bei den Temperaturen durchaus drin. Wir beschließen mit den Rädern zur größten Wanderdüne Polens zu fahren, auch wenn sich Chrissis Google und mein Google über den Weg nicht wirklich einig sind.

Schon bevor wir losfahren kommt die sonne raus, so dass wir froh sind, die 8,5km lange Strecke bis zur Düne durch ein schattiges Wäldchen zurücklegen zu können. Rufus murrt zwar am Anfang, fährt aber die Strecke komplett problemlos mit. Lediglich auf dem Weg zur Düne streikt unser großer Wicht und muss sehr überredet werden, mit uns auf die Düne zu laufen. Die Düne ist tatsächlich sehr sehenswert - Sand soweit das Auge reicht. Das Wetter ist für einen Dünen-Besuch fast schon zu heiß, daher fahren wir nach einem Zwischenstopp am Meer fix wieder heim und an unseren Strand.

In Leba gibt es Bierchen am Strand
Am Strand in Leba haben wir bestes Sommerwetter - da schmeckt das lokal Bierchen

Am frühen Abend fahren wir - diesmal mit den Rädern - wieder in die Stadt rein und essen in einem urigen Restaurant direkt am Hafen super leckeren Fisch. Erstaunlicherweise komme ich auch hier wieder mit meinem Tschechisch weiter als mit Englisch, oder Deutsch. Wir genehmigen uns leckeres Lach-Tartar ein Thunfisch-Filet für mich, zwei gebackene Zander für Chrissi und Rufus und Lachs-Filet für Henry, der darüber nur die Nase rümpft und mit Chrissi tauscht. Rufus hingegen haut sich den Fisch rein, als gäbe es kein Morgen. Tatsächlich gibt es Essen nur bis 19 Uhr. Das erklärt, wieso gestern alles so ausgestorben war. Heute Abend sind alle Autoscheiben frei und die Temperatur angenehm, so dass wir an dem Abend auf der Parkbank mit einem Fläschchen Wein mehrfach die Welt retten..

Fleischers in der Achterbahn
Fetter Spaß beim Achterbahn-Fahren
Abendstimmung in Leba
Schöne Abendstimmung in der Innenstadt von Leba
Henry an der Düne
An der riesigen Wanderdüne bei Leba

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