Sagrada Familia von Gaudi
Ein Besuch der Sagrada Familia gehört fast schon zum Pflichtprogramm

Und dann ging es Schlag auf Schlag. Vielleicht zum Hintergrund: uns war natürlich von Anfang an bewusst, dass Spanien per se und Südspanien speziell mit viel Fahrerei verbunden sein wird. Nach Rücksprache mit Henry war aber der coolste Urlaub für ihn, als sie (ohne mich, mit Papas Timing) jeden Tag ein Stückchen weitergefahren sind. Und so natürlich viel gesehen und gleichzeitig, quasi nebenbei, auch durchaus Strecke gemacht haben. Und wenn's für die Rückbank ok ist, dann - auf ins Abenteuer. Nach Pescador stand also Barcelona als erste Station auf dem Plan.

Der Stellplatz war zentral, aber eher... einfach. Eine betonierte Fläche am Hafen, aber umzäunt, und nachdem sich Roman standhaft geweigert hat, mit den Rollern in die Innenstadt zu fahren, war auch die relative Nähe zur Metro natürlich von Vorteil. Wir kommen gegen Mittag an und fahren mit 3 mal U-Bahn umsteigen (das Netz ist riesig in Barcelona) direkt ins Zentrum.

Trinkbrunnen in Barcelona - Henry schon im Messi-Outfit

Eigentlich ist der Plan, als erstes mal mit dem Schwebebähnchen über die Stadt zu gondeln und einen Überblick zu bekommen. Blöd nur, dass wir die falsche U-Bahn-Station nehmen. Oder die richtige, direkt am Zugang befindet sich ein Geschäft, in dem Henry endlich sein Geburtstagsgeld von Onkel Peter zum Einsatz bringt und sich sein langersehntes Messi-Trikot kauft. Und seit dem auch fast nicht mehr auszieht.

Dann wandern wir weiter zum Hafen, wieder unter Unmutsbekundungen von Rufus. Er mag nicht laufen. Sein Pech, Augen auf bei der Elternwahl, 3 Maoams ins Kind, weiter geht's. Wir gehen an der Kolumbussäule vorbei in den Hafen, und weil Henry so gern in die dortige Shoppingmal möchte, gehen wir auch da rein. Das Kind hat echt ein Kaufrauschproblem... oben angekommen sehen wir, dass es einen Food Court gibt, mit Sitzplätzen außen und mit Blick über den Hafen.

Na gut, dann - lernen die Kids jetzt spanische Croquettas kennen. Die sind nicht nur mit Kartoffeln gefüllt, sondern auch noch wahlweise mit Speck, Fisch, Hähnchen und/oder Käse. Das besänftigt erstmal die Gemüter. Vom Hafen geht es dann doch nicht zum Bähnchen, wir hätten aus dem Hafenbereich heraus und in den nächsten wieder herein gemusst, eine ewige Lauferei. Stattdessen gehen wir über die Las Ramblas Richtung Sagrada Familia.

Tappas in Barcelona
Tappas-Bar im angesagten Barri Gotic Viertel von Barcelona

Das letzte Stück Weg sparen wir uns zu laufen und nehmen wieder die Metro, es ist heiß, wir wollen die Jungs nicht überstrapazieren. An der Sagrada Familia ist - wie zu erwarten war - die Hölle los. Wir machen Fotos, und Henry erstaunt uns mit Daten, die wir bis dato noch nicht kannten, die er aber bei Quartett, Alexa und wer weiß wo noch überall eingesammelt hat.

Von dort aus machen wir uns auf Richtung Park Guell. Die Busfahrt ist sehr schön weil man viel sieht, die Tickets waren erstaunlicherweise noch nicht ausverkauft - bis wir vor der Tür standen. Dann waren sie weg, bzw. erst wieder in 2 Std verfügbar. Persönlich habe ich zu solchen Situationen ein gespaltenes Verhältnis - einerseits ärgere ich mich, dass wir es immer wieder schaffen, uns einfach zu spät festzulegen, andererseits waren Roman und ich beide schon dort, und den Kids war der Ausblick über die Stadt auch was wert. Also fahren wir wieder runter ins Zentrum und suchen uns im Barri Gotic eine Tapas Bar.

Stadtstrand in Barcelona
Traumhafter Stadtstrand in Barcelona - viel los am Sonntag

Schönerweise finden wir eine, die direkt neben einem Spielplatz liegt - also gibt es erstmal Essen für alle, dann Sangria für uns und Toben für die Jungs. Da wir unser Metrofamilienticket verfahren haben, machen wir schlussendlich noch einen langen Spaziergang durchs Viertel und nehmen uns am Schluss für den Preis eines weiteren Tickets ein Taxi nach Hause.

Die Jungs fallen ins Bett, wir erklären den nachbarlich-jungen Engländern noch, dass man auf bewachten Parkplätzen auch entgegen anderslautender Park4Night-Bewertungen eher selten überfallen wird und der Autor dieser Bewertung eventuell eher eine offene Rechnung mit den Parkwächtern hatte (welche auch immer). Während wir uns noch amüsieren, auf welche Ideen man kommen kann, parken die Jungs doch lieber auf die innere Seite des Platzes um. Und zünden sich dann jeder eine Kippe an, weil Papa das jetzt ja nicht sehen kann, da schmeckts gleich doppelt so gut. Ach jung sein ist doch was lustiges...

Abendessen in Alcanar
In Alcanar parken wir an der Straße und Essen im angrenzenden Park

Am nächsten Morgen frühstücken wir in einem lokalen Café und machen uns dann auf Richtung Stadtstrand. Das Wetter ist traumhaft, es ist Sonntag, wohin sollten wir auch sonst fahren... Roman steuert das Womo schlafwandlerisch mitten durchs Zentrum, allerdings finden wir zwar 300 Moped-Parkplätze, aber keinen fürs Womo. Als wir das ganze grade abblasen wollen, finden wir doch noch was, allerdings stellt sich der Kampf mit dem Parkautomaten als... interessant heraus. Aber wir gewinnen, und so chillen wir erstmal wieder unsere Basis.

Stierkampfarena in Valencia
An der Stierkamparena in Valencia

Gegen Nachmittag fahren wir weiter nach Alcanar. Dort soll man einfach an der Straße stehen können, direkt am Strand. Stimmt auch, allerdings ist der DIREKTE Strand kein Strand sondern Felsen, und als wir nach dem Essen ins Örtchen gehen, stellen wir fest, dass es dort zwar einen Strand gibt, der aber sehr kieselig ist. Egal, wir genießen das lokale Leben, es gibt eine Kärwa, wo die Kids gefühlt eine Stunde Autoscooter fahren, ist doch auch was. Und am nächsten Morgen geht's halt schon nach dem Frühstück weiter Richtung Valencia.

Unterwegs überlegen wir ob wir zuerst zum Stellplatz, oder zum Stadtstrand fahren und weil sich das Wetter permanent ändert entscheiden wir uns mehrfach um. Schlussendlich wird es doch der Stadtstrand und wir parken problemlos nur zwei Querstraßen entfernt. Der Strand ist toll - breit, weicher Sand, warmes und sauberes Wasser - was braucht man mehr. Eine kleine Bar gibt es auch noch und wir gönnen den Jungs belegte Baguettes zum Mittagessen.

Von da aus fahren wir gut ausgeruht zum anvisierten Stellplatz leicht außerhalb der Stadt. Zum einen eine Empfehlung meiner Eltern/Mama, zum zweiten brauchen wir DRINGEND eine Waschmaschine und die haben eine, und als Sahnehäubchen haben die auch noch einen Pool (ähnlich wie unserer daheim zum Aufstellen, aber größer).

Wunderschöne Innenstadt von Valencia
Am Abend ist die Hölle los inder wunderschönen Innenstadt von Valencia

Damit sind die Jungs beschäftigt, während wir die Logistik erledigen. Diesmal nehmen wir auch die Mopeds, um in die Stadt zu kommen. Vorbei geht es an der futuristischen Ciudad de las Artes y las Ciencias. Die Ecke, die Roman zum Parken ausgesucht hat, ist etwa 15 Min vom angesagten Viertel Ruzufa entfernt. Er will - wie wir das eigentlich immer gemacht haben - natürlich laufen, Rufus hat HUNGER.

Ich bin leicht genervt, jetzt haben wir Mopeds, warum zum Geier fahren wir nicht einfach, so muss ich das motzende Kind einerseits und den motzenden Vater andererseits steuern?! Und weil´s so gut passt, ist in Rufuza noch NIX los, von wegen angesagt und hier geht die Post ab, toter Spanier überm Zaun, ja vielen Dank auch.

Placa de la Reina in Valencia
Placa de la Reina in Valencia

Wir finden schlussendlich eine Tapasbar und bestellen Croquettas, Patatas und Hähnchen für die Jungs, sowie das Menu le Director für uns. Und wieder werden wir von unfassbar leckerem Essen überflutet, entsprechend steigt die Stimmung allerorten. Auch das tot geglaubte Viertel erwacht auf einmal zum Leben.

So auf allen Rillen gestärkt, laufen wir - nicht zu den Mopeds. Sondern zur Kathedrale. Ist die gleiche Richtung, und plötzlich kommen wir an tollen Häusern und schlussendlich an der zentralen Straße mit Läden und Leben vorbei, SO war das gedacht!!

Völlig hochgedreht von dem vielen Spaß, den wir hatten, steigen wir auf die Mopeds und fahren heim. Durch die Stadt geht's noch ganz gut, mal abgesehen davon, dass die Hummel jetzt mit defekter Rückfahrleuchte glänzt. Dann findet Google, wenn wir keine Autobahn fahren wollen (Mopeds, Kids, Nacht - muss einfach nicht), dann wollen wir bestimmt Abenteuer. Und sie führt uns... irgendwo hin. Also wir kommen an! Aber der Weg zurück war definitiv anders als der Hinweg.

Stadtstrand in Valencia
Am Stadtstrand von Valencia kühlen wir uns ab bei 34 Grad
In Alcanar fahren die Jungs Autoscooter
In Alcanar auf der Kärwa fahren die Jungs ewig  lang Autoscooter
Kathedrale von Valencia
An der Kathedrale von Valencia ist auch noch viel los

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