
Nach soviel Kultur und Sightseeing zieht es uns (lustigerweise uns alle, nicht nur die Kids) wieder ans Meer. Wir würden uns zwar gerne von Granada aus in Richtung Alicante orientieren aber wollen dafür keine 5 stündige Fahrt in Kauf nehmen. Unterhalb von Alicante liegt Cartagena - jedoch haben hier die lokalen Behörden eine Anordnung herausgegeben, nach der Wohnmobile über 5m nicht mehr am Strand übernachten dürfen.
Und den aktuellen Berichten zufolge wird das scheinbar auch rigoros durchgesetzt. Tja -da liegen wir mit knapp 8m leicht drüber und eigentlich haben wir keine Lust, den Wahrheitsgehalt der Berichte zu prüfen. So reift die Idee, Almeria eine zweite Chance zu geben. Der Parkplatz dort war super, der Strand und das Meer eigentlich wunderschön - und für das "schlechte" Wetter kann Almeria eigentlich nichts.
So landen wir nach knapp 3stündiger Fahrt wieder auf dem Parkplatz im nicht bebauten Wohngebiet, direkt neben dem Spielplatz - fast auf dem gleichen Fleck wie ein paar Tage zuvor. Diesmal scheint die Sonne, wir packen also unser Geraffel und ziehen los zum Strand.

Was für ein Unterschied zu den riesigen Wellen von damals. Jetzt liegt das Meer spiegelglatt vor uns - und es ist erstaunlicherweise immer noch saukalt. Rufus will bei den Temperaturen gar nicht ins Wasser - ein eindeutiges Zeichen. Wir essen noch Eis und trinken einen Tinto de Verano / Bierchen in der Strandbar, wo unser Kellner scheinbar einen schlechten Tag hat und ziemlich unfreundlich ist.
Heute stehen Würstchen und Salat auf dem Abendessen-Programm, und diesmal ist es dank Windstille auch echtes Grillen mit über 250 Grad. Wir schmeißen die 7 Thüringer, die uns Stephan aus seiner Heimat mitgebracht hatte auf den Grill, Henry bekommt seinen Grillkäse und gemischten Salat gibt es auch noch. Wir stellen wieder mal fest - eine gute Thüringer steht einer guten Fränkischen in Nichts nach.

Entgegen allen Befürchtungen wir würden nicht satt werden, bleiben sogar 2 Würstchen übrig. Diesmal sitzen wir bis spät in die Nacht ohne Pulli draußen. Am nächsten Morgen ist es schon wieder leicht bedeckt. Mit der Aussicht auf keine Sonne und kaltes Meer überlegen wir nicht allzu lange, ob wir weiter fahren. Ich finde einen Stellplatz bei Torrevieja, der einen eigenen Pool hat und wo wir wieder unsere Ver- und Entsorgung erledigen können.
Bereits bei der Anfahrt stellen wir fest - das ist gar nicht Unsers. Eine künstlich geschaffene Touri-Stadt mit unglaublich dichtem Verkehr, wo an jeder Ecke mit Schnitzel für 6,90€ geworben wird. Die Anfahrt zum Stellplatz gestaltet sich schwierig, weil wir den Block komplett umkreisen, ohne die Einfahrt zu finden. Erst als ich zu Fuß loslaufe, sehe ich den Eingang hinter einer Baustelle. Der Empfang ist super freundlich, die Parzellen riesengroß und wir freuen uns auf die Abkühlung im Pool.
Der Stellplatz hat zwar einen direkten Meer-Zugang, jedoch es gibt dort keinen Sandstrand. Aber Pustekuchen - beim Pool ist die Pumpe kaputt und man kann nicht rein. Wir schlendern noch zum Meer, aber es gibt dort nur einen felsigen Einstieg - eigentlich auch keine Option.

Der nächste Sandstrand ist "nur" 1,7km weit weg, was aber immer noch 25Minuten Laufen bedeuten würde. Daher schnalle ich (leicht murrend) die Mopeds ab und wir düsen fix zum Stadtstrand. Wir können direkt daneben parken und der Strand ist wieder sehr schön - vor Allem ist das Meer schön warm. Wir bleiben dort bis zum späten Abend und düsen dann zurück zum Stellplatz, wo es noch leckere Spaghetti Carbonara zum Abendessen gibt. Wir stehen zwar ruhig, blicken aber rundum auf uniforme Ferienwohnungen - keine echte Option für die nächsten Tage. Daher wollen wir am Morgen nur fix duschen und dann weiter in Richtung Valencia. Das mit dem Duschen klappt nicht, weil sie wegen der Baustelle für 30 Minuten das Wasser abgedreht haben - also gleich los in den dichten Touri-Verkehr.

Ich habe vorgeschlagen wieder auf dem Stadtstrand in Valencia halt zu machen und abends im örtlichen Desigual-Shop einzukaufen, aber Chrissi hat einen kostenlosen Parkplatz bei Pucol gefunden, der in Park4Night hochgelobt wird. Der ist wieder viel mehr nach unserem Gusto - ein einfacher, riesengroßer Schotterparkplatz ohne Alles - dafür kostenlos. Lustigerweise liegt direkt daneben ein Campingplatz. Der wunderschöne Strand ist nur 100m weit weg und die Flamingo-Strandbar hat auch noch geöffnet. Genau das, was wir gesucht haben - hier bleiben wir. Abends landen wir in einem urigen Lokal direkt an der Straße, das nur von Einheimischen besucht wird - immer ein gutes Zeichen. Es gibt Tappas für alle und die Schweinebäckchen und das Carpacchio sind überragend. Unseren Schlummertrunk genießen wir auf der Parkbank sitzend.

Ein kleiner Wermutstropfen vom Parkplatz ist, dass auch nachts Einheimische die Abkürzung über den Parkplatz nehmen. Das hört man dann doch - aber wir schlafen trotzdem gut. Gefühstückt wird wieder an der Parkbank und es stört scheinbar Niemanden. Ganz im Gegenteil, alle grüßen freundlich und lachen über unsere Rabauken.
Nach dem Frühstück geht es wieder an den Strand, wo wir bis zum Nachmittag bleiben. Unser nächstes Ziel ist der Port Aventura Park bei Tarragona. Wenn wir noch eine Nacht hier bleiben, müssten wir am Samstag und Sonntag in den Freizeitpark. Das ist keine schöne Option, weil da vermutlich mit den meisten Besuchern zu rechnen ist. Also beschließen wir schon am Donnerstag nachmittags nach Tarragona aufzubrechen. Port Aventura bietet einen eigenen Stellplatz, der allerdings mit 45€ pro Übernachtung zu Buche schlägt - und wir bräuchten 3 davon. Als Alternative gibt es einen Parkplatz von der Gemeinde mit 6€ pro Nacht - dafür wieder ohne Wasser & Co.

Chrissi fragt daher am Campingplatz nach, ob wir dort ggf. auch gegen Bezahlung unser Wasser und Klo leeren und befüllen könnten. Aber das wird dankend abgelehnt - komisch, hatten wir noch nie. Ich suche in Park4Night eine Entsorgungsmöglichkeit auf dem Weg und finde eine kostenlose Station im Nirgendwo mit nur 10km Umweg - dann halt so. Wir kommen am frühen Abend in Tarragona an, fahren auf dem Weg zum Parkplatz noch direkt am Eingang des Freizeitparks vorbei. Da steigt schon die Vorfreude auf die nächsten Tage. Der Parkplatz ist zweckmäßig, für 6€ vollkommen OK. Ich werfe den Grill an und es gibt wieder mal Burger. Grillen und Essen klappt noch bei Tageslicht, aber zum Grill-Putzen muss ich bereits die Beleuchtung einschalten. Heute geht es für alle mal früher in die Falle.

