
Vor 2 Jahren hatte uns Toli von einem tollen Freizeitpark unterhalb von Barelona erzählt. Wer unseren Blog verfolgt, weiß, dass der Urlaub damals uns leider dann doch nicht dorthin geführt hat, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, so leicht wird man uns ja nicht los. Von den drei möglichen Parks schließen wir Ferrariland von vornherein aus, nachdem wir es mit Rennwagen so gar nicht haben. Bleibt ein Wasserpark und der eigentliche Freizeitpark mit diversen Ländern und Achterbahnen. Und nach einigen Strandtagen haben wir auch wieder genug Power.
Unser Übernachtungsplatz entpuppt sich trotz seiner Nähe zur Straße als erstaunlich ruhig, was auch daran liegt, dass die Parks erst um 10:30 bzw. 11:00 (unsere beiden) bzw. sogar erst 17:00 (Ferrariland) öffnen. Wir probieren ja dieses Mal ein bisschen planen mit KI aus, die sagt, dass sowohl Freitag als auch Samstag ähnlich voll werden sollen. Der Wetterbericht kündigt leichte Bewölkung für Samstag an, also entscheiden wir uns für Wasserrutschen am Freitag bei Sonne und Achterbahnen bei Wölkchen am Samstag. Desweiteren sagt uns die nette Dame der KI, dass wir für Rufus einen Rabatt sowie eine freie Begleitperson bekommen, außerdem Fast Passes für alle. Nach der Erfahrung bei Disney erkundingen wir uns auch, wann wir die Tickets wo am besten kaufen, Antwort: die 2 normalen vorab im Netz, die 2 speziellen früh an der Kasse.

Wir kommen gut los in der Früh und sind nach 20 minütigem Fußweg schon um kurz vor 11 am Park und an der Kasse. Leider hatte die KI nicht ganz Recht: Rufus kommt für umme rein (also kein Rabatt), die Begleitperson braucht ein normales Ticket (das wir nicht gekauft haben aber zum Glück auch heute noch zum gleichen Preis wie gestern online kaufen können), und im Wasserpark gibt es keine FastPasses, nur im PortAventura World. Künstliche Intelligenz, einmal mehr eben doch nicht so intelligent... Wir bekommen Rufus' Ticket und kaufen ein weiteres Onlineticket mit dem Handy auf der Parkseite. Und warten auf die Bestätigungsmail. Und warten. Und warten.
An uns strömen die Besucher vorbei, irgendwann habe ich die Schnauze voll: wir haben bezahlt, also gehen wir jetzt in den Park. Wir suchen uns ein Drehkreuz möglichst weit von irgendwelchen Parkhelfern, und Henry geht mit Roman zusammen auf einmal durchs Drehkreuz. Alles völlig problemlos, und im Zweifel hätten wir ja locker nachweisen können das das Problem der Park und seine IT waren, nicht wir.

Wie in jedem Park müssen wir uns erstmal etwas orientieren. Wir werfen unsere Badesachen auf ein paar Liegen, ziehen uns fix um, und dann ab zur ersten Wasserrutsche. Und es zeigt sich: deutsche Effizienz schlägt spanische Gemütlichkeit. Es ist zwar halb Spanien mit uns im Park, aber bis sich die Spanier sortiert haben, haben wir eine ganze Reihe der Rutschen ausprobiert. Es gibt eine Highspeed-Rennrutsche (sehr cool, auf dem Bauch auf Matten parallel gegeneinander), eine Reifenrutsche, bei der man immer wieder zwischendrin von Wassersprühern "angeschubst" wird, und einen Wasserpark zum Klettern und abseilen.
Henry zeigt Rufus wie es geht, der klettert und springt hinterher, sehr lustig. Allerdings sind nun auch die Spanier angekommen, und so werden die Jungs irgendwann aus dem Bekcen gepfiffen, die nächste Gruppe ist dran. Wir ziehen weiter, denn was es hier auch gibt sind Wasserspielplätze, die wir aus Berlin bzw. aus dem Ägyptenurlaub kennen - Schiffe zum Klettern, Rutschen und Wasser spritzen, allerdings gibt es hier viele davon, in Ägypten gibt es einen (und der reicht unseren Kids für den ganzen Tag).

Roman und ich ruhen uns ein bisschen aus, wir werden beide die verdammte Erkältung aus Ronda einfach nicht los, die Kids spielen im Wasser. Dann lassen wir uns noch noch durch einen Strudelkanal treiben, und irgendwann stellt sich Hunger ein. Aber auch hier ist der Park mit diversen Angeboten zur Stelle.
Nach dem Essen wollen wir noch die fehlenden größeren Rutschen ausprobieren, aber es stellt sich raus: Wartezeit je sicherlich eine Stunde. Also - entfällt wegen Warten ist doof. Und der Park hat noch genug zu bieten, wir gehen in einen großen Pool, die Kids in einen weiteren Wasserspielplatz, und so vergeht auch der Nachmittag. Als der Park um 18:30 schließt, sind wir tiefenrein und hatten eine Menge Spass!!

Nachdem wir nicht noch kochen wollen sondern schnell essen, suche ich eine Tapasbar im nahen Örtchen raus, Laufzeit 15 Min. Leider liegt die real an der Hauptstraße, also ab zu Option 2, soll nur 5 Min weiter sein. Harte Minuten, die Mägen hängen in den Kniekehlen, zusammen mit dem Verständnis für meine Entscheidung gegen die erste Bar.
Und dann ist das Essen auch noch mäßig, Engländer-Tapas, Chickenwings usw., aber keine vernünftigen spanischen Tapas. Nur die Sardellen sind so gut, dass Rufus den ganzen Teller am Liebsten alleine gegessen hätte, Roman und ich sichern uns mühsam je eine, er isst die restlichen 6.
Wir gehen noch auf einen Blick an den Strand (sehr schön, aber mega-touristisch), außerdem hat sich Rufus eine Blase gelaufen, und nachdem morgen SEHR viel Laufen auf dem Programm steht, brauchen wir Blasenpflaster. Wieder daheim fallen die Jungs tot ins Bett, Roman und ich feiern noch ein bisschen unser Glückskinderdasein, dann tanken wir lieber auch nochmal Kraft für Tag 2.

Nachdem wir diesmal wissen wie es läuft, haben wir alle Tickets vorher online geholt und wollen uns nur kurz das Ticket für Rufus und die Fast Passes holen. Nur ist heute kurz leider nicht, es ist WESENTLICH voller als gestern. Zum Glück haben wir heute die Fast Passes... Dem Wetter hat keiner gesagt, dass es heute wolkig werden soll, entsprechend ist es jetzt schon heiß. Rufus' Goldigkeit beschert uns, dass wir aus der Reihe heraus zu einer anderen Box gelotst werden, wo wir sofort Tickets und Pässe bekommen. Die erste Bahn ist eine Wildwasserbahn. Bei den Temperaturen kein Thema, allerdings werden wir RICHTIG nass, und tatsächlich hält sich den ganzen Tag eine gewisse Restfeuchtigkeit in meinen Klamotten, brrr...
Was sich leider auch schnell zeigt ist, dass die Spanier nicht so entspannt mit Größenvorgaben in Achterbahnen umgehen wie die Polen - die großen Rides gibt es erst ab 1,40m, und die Jungs sind erst 1,35m. Wir wandern durch Polynesien und China, wo für die Kids wenn überhaupt nur Spielplätze bleiben. Entsprechend stagniert die Stimmung etwas. Eine grandiose Show mit Seifenblasen begeistert uns alle und hebt die Laune.

Als wir endlich nach Mexiko und in den Wilden Westen kommen, gibt es auch für uns vernünftige Achterbahnen, und die sind wirklich cool, ja, keine Loopings, aber die Geschwindigkeit passt auf jedenfall. Highlight: eine Achterbahn im Dunkeln, und die geht nicht nur langweilig gradeaus und vorwärts, sondern auch mal seitwärts und/oder zurück, meeegagut!!
Nachmittags gehen wir zurück Richtung Polynesien, da es hier eine Tanzshow geben soll, quasi Vaiana in echt. Und Rufus ist VÖLLIG fasziniert, er macht auch gleich mit! Die Abendshow kommt definitiv auf unsere Liste, die ist dann mit Feuer und im Dunkeln. Was tatsächlich anstrengend ist, ist die Hitze.
Der Park hat zwar immer wieder Abkühlungspunkte (sprich alle Arten von Sprngbrunnen, unter die man sich stellen kann), und auch Wasser kann man überall kostenlos zapfen. Aber auch das hilft nur bedingt. Wir könnten eine Pause am Womo einlegen, aber Roman hat Angst, dass wir die Jungs dann nicht mehr hochbekommen. Also hangeln wir uns jetzt durch die kleineren Karussels, von denen es in allen Ländern jede Menge gibt. Was sich hier zeigt ist, dass Rufus durch sein Spezialbändchen eine Begleitung mitnehmen muss, wenn er den Schnelleingang nutzen will. Und diese Beleitung muss 18+ sein, Henry reicht also nicht.

Hatten wir schon mal im Legoland Günzburg (wobei die es noch mehr übertrieben haben, dort durfte er gar nichts fahren ohne uns, hier kann er fahren, wenn er den normalen Eingang nimmt). Ich frage mich da immer: was macht denn ein erwachsener Rollstuhlfahrer, der mit seinen Kids hier ist? Henry findet das so doof, dass er eine Diskussion mit einem Karussellmann anfängt (der wohlgemerkt Spanisch und Englisch aber kein Deutsch spricht, aber Henry packt seine 5 Brocken Englisch aus, und dass er sauer ist, ist deutlich erkennbar).

Lehre: der Karusellmann ist nur Befehlsempfänger, Henry will jetzt in die Politik, und im End stellt er sich mit Rufus in die normale Schlange und wartet 20 Min statt 0 Min, Zeichen setzen. Der Kerl mag seine Seltsamkeiten haben, aber das war definitiv groß, wir sind mächtig stolz!!
Nach einigen weiteren Karusells und Shopbesuchen (hier gibt es ALLES von der Sesamstraße!!), gehen wir wieder Richtung Polynesien, zur Nachtshow. Mächtig beeindruckend, besonders wieder für Rufus! Er erzählt noch Tage später, dass er Vaiana tanzen gesehen hat! Von dort gehen wir zum zentralen See, wo eine gute Stunde später eine Parade und eine Drohnenvorführung stattfinden soll. Und warten... Der Vorteil ist, dass wir tatsächlich einen guten Platz haben, als die Parade startet, stehen wir zwar relativ weit hinten, dafür sehen wir Feuerwerk und Drohnenshow, hier hat man nämlich beides. Plus beleuchtete Boote auf dem See, und 2 Männer auf Wassersäulen wie bei James Bond. Geflashed gehen wir um 12 nach einem langen, ereignisreichen Tag nach Hause und fallen ins Bett. Morgen gehts wieder Richtung Strand, das Erlebniskonto ist definitiv jetzt voll, das Erholungskonto noch nicht so ganz.




